Das sogenannte Schallfeld beinhaltet ein Signal, welches direkt von der Schallquelle in Richtung Hörposition ausgeht und weitere Signale, die erst durch Umwege bzw. an Wänden entstehenden Reflexionen. Der dabei linear ausgesendete Schall wird Direktschall oder Freifeld genannt, wobei die anteilig erzeugten Reflexionssignale auch Diffusschall beziehungsweise Raumschall heißen.10
Die durchgezogenen Pfeile zeigen den Direktschallanteil, der direkt zum Hörer gelangt.
Gestrichelte Pfeile beschreiben den Diffusschallanteil, der zuerst reflektiert wird und über Umwegen zum Hörer gelangt.
Die eingezeichneten Kreise schildern die grundsätzliche Schallausbreitung, die später erläutert werden soll.
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Die Frequenz [f] gibt an, wie viele Perioden / Schwingungen in einer Sekunde vollzogen werden und wird in der Einheit Hertz angegeben.15 beschreibt hierbei die Schallgeschwindigkeit, die in der Luft 344 m/s beträgt. Bei einer Schwingung von 100 Hz beträgt die Wellenlänge also 344 cm. Also circa 3,44 Meter.16
1.000 Hz ist die Wellenlänge 34,4 cm.
10.000 Hz ist die Wellenlänge 3,44 cm.
100.000 Hz ist die Wellenlänge 0,344 cm (3,44 mm).
Bitte auch hier beachten, dass wir von einer Temperatur von 20° Celsius ausgehen. Hier ist die Amplitude (also die maximale Auslenkung der Schwingung) im Verhältnis zur zurückgelegten Zeit dargestellt. Aufgrund des wellenförmigen Verlaufs spricht man also von der sogenannten Wellenlänge.
Jede Reflexion im Raum ist als eine neue und zeitlich verschobene Schallquelle an unterschiedlichen Orten beschreibbar. Es entstehen fortlaufend Reflexionen, aus denen wiederum neue Reflexionen resultieren. In einem rechteckigen Raum hat man also schon sechs Basis-Reflexionen. Da die Reflexionsdichte in einem Raum schnell zunimmt, bildet sich daraufhin ein diffuses Schallfeld. Weil der Schalldruck einer kreisförmigen Abstrahlung23 „mit jeder Verdopplung des Abstands zur Schallquelle“24 um 6 dB reduziert wird25, stellt jede weitere Reflexion auch nur noch eine schwächere Schallquelle gegenüber dem Direktschall dar.
Aus den Reflexionen, die immer leiser werden, entsteht ein diffuser Nachhall. Die Zeit, die vergeht bis der Schalldruck des Diffusschalls um 60 dB leiser geworden ist, wurde als Nachhallzeit RT60 definiert.26 Diese Zeit lässt sich entweder messen oder mit folgender Formel berechnen:27

[V]: Raumvolumen in m³
[S]: Raumgesamtoberfläche in m²
[a]: mittlerer Absorptionskoeffizient des Raums*29
*Der Absorptionskoeffizient gibt an, wie stark das absorbierende (also schallschluckende und fast immer vorhandene) Material im Raum die Schallwelle dämpft.30
Um eine ungefähre Vorstellung von vorhandenen bzw. erstrebenswerten Nachhallzeiten zu bekommen, seien im Folgenden ein paar Beispiele erwähnt:
– Heimische Wohnzimmer bewegen sich im Bereich von ca. 0,3 s.
– Aufnahmeräume sollten eine Nachhallzeit von ca. 0,5 s aufweisen.
– Konzertsäle erreichen eine Nachhallzeit von etwa 2 s31
34 Die Abbildung zeigt zum Zeitpunkt von 0° den Wellenverlauf der hinlaufenden Schallwelle (durchgezogene Linie), die im selben Verlauf auch wieder zurück reflektiert (gestrichelte Linie) wird. Zum Zeitpunkt von 90° überlagert sich das zurücklaufende Signal mit dem hinlaufenden Signal mit einer Phasenverschiebung von 90°, was zugleich auch dem Resonanzfall entspricht. Nun entstehen an den Nulldurchgängen Überhöhungen und an den Amplituden Verringerungen des Schalldruckpegels.35
Der aktuelle Schalldruck ist die Summe aus der hinlaufenden (durchgezogen) und zurücklaufende (gestrichelt) Schallwellen. Bei einer stehenden Welle entsteht an bestimmten Punkten im Raum immer starke Druckänderungen, an anderen Stellen immer kein Schalldruck (Auslöschung).
Die klangliche Entfaltung ist also von verschiedensten Faktoren abhängig. Der gegebene Raum hat einen erheblichen Einfluss auf den Klang. Man kann jedoch nicht pauschalisieren, dass der Klang im Konzertsaal automatisch besser ist als im eigenen Wohnzimmer. Ein Orchestersaal bietet den Vorteil, dass es darin weniger parallel zueinanderstehende Oberflächen gibt. Somit entstehen weniger Stehende-Wellen, welche zu den negativsten Auswirkungen des Raumes zählen. Ein Problem, das in solch großen Räumen jedoch entsteht, ist ein langer Nachhall des Schalls. Hierbei sind rechteckige und leicht bedämpfte Wohnzimmer wieder im Vorteil. Dass ein Konzertsaal in den meisten Fällen doch die bessere Akustik aufweist, liegt an der aufwendigen Raumgestaltung, wobei sogenannte Schallstreuer, Deckensegel und Bedämpfungen zur Verbesserung des Klangs eingesetzt werden.